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New Zealand
10.09.07 – 10.10.07

Bei der Einreise durfte ich erstmals meine Wanderschuhe und noch weitere Dinge zeigen. Den australischen Woolworths Frühstückshonig hatten sie mir dann auch gleich abgenommen ;-( Ich nahm den Bus um vom Flughafen nach Christchurch Town zu gelangen. Dort hatte ich mich in einem YHA einquartiert. Brbrbr in Australien war es ja schon kalt, aber hier brbrbr es war extrem kalt. Holt mich hier raus ;-) 2 Monate zuvor noch in Japan fast vergangen bei 36 Grad und nun gerade mal noch 8 Grad.

Ich informierte mich hier ebenfalls über Campers, denn in Australien war es einfach viel cooler und einfacher die Gegend zu erkunden. Leider fand ich hier nicht gerade jemanden und entschloss mich alleine ein Fahrzeug zu mieten. Da immer noch Wintersaison war, bekam ich den Camper sehr günstig für gerade mal 39 Dollar am Tag. Dieser Camper war dann auch ein bisschen komfortabler als der Wicked Camper. Gasgrill, Toaster, Kühlschrank und Mikrowelle im Wagen.

Ich deckte mich nach dem Pick up des Campers, mit Food im Pack`n`Save ein. Das Abenteuer begann und ich fuhr mal so drauf los und genoss die grenzenlose Freiheit :-) Am Abend erreichte ich das Skigebiet Mt. Hutt, wo ich und ein anderer Camper die einzigen Fahrzeuge auf dem Platz waren. Das Skigebiet war extrem klein und die Preise über rissen mit $84. Nicht zu vergleichen mit unseren Ski gebieten. Da war nur ein grosser Parkplatz und keine Hotels, Restis oder Bars. Ich versuchte die erste Nacht auf dem Hügel bei stürmisch kühlen Temperaturen um den Gefrierpunkt zu schlafen. Der Camper bewegte sich die ganze Nacht, da der Wind so über ihn hinweg fegte. So gegen 01:00 Uhr klopfte noch jemand gegen den Van.... es war zum Glück aber nicht die Polizei :-)

Am Morgen sah ich dann das Skigebiet und entschloss mich die $84 woanders zu investieren. Die Fahrt ging leicht unter kühlt rasch weiter zum türkis blauen Lake Tekapo. Im Mt Cook Village regnete es nur und die Aussichten für die nächsten Tage waren auch nicht optimal um in die Berge zu erklimmen. Ich fuhr wieder zurück zur Ost-Küste und kam gerade rechtzeitig nach Oamaru, wo undefinierbare Flugobjekte (Blaue Pinguine ;-) vom Pier abhoben.

Wie schon auf Fraser durfte ich am 13. September eine weitere Mondfinsternis erleben. Direkt am Meer hatte ich einen günstigen Platz für $5 gefunden. Am nächsten Tag fuhr ich zurück nach Oamaru und lief durch das Städtchen. Am Nachmittag hielt ich aus schau nach den Gelb-Augen Pinguinen die auch nicht fliegen können ;-). Sehr scheue und ca. 50 cm grosse Ninja (Yellow-Eye) Pinguine. Ich konnte 3 Stk. erblicken und später hatte ich direkt 3m vor mir einen Kollegen :-)

Den nächsten Stopp machte ich in Dunedin, wo ich richtig froh war mal ne Dusche zu bekommen. Die Nächte im Camper waren schon eiskalt und ich war froh, hatte ich noch einen Schlafsack dabei.

In Dunedin besuchte ich die Speights Brewery. Am Schluss der Führung konnte ich zwischen diversen Bieren ausprobieren. Leider sagte mir keines so richtig zu. Vielleicht auch besser so, denn ich musste ja noch mit dem Camper weiter fahren. Die Schoggifabrik Canteburry hatte am Wochenende geschlossen und somit viel deren Führung aus.

Ich fuhr weiter in den Süden durch den Catlins Conservation Park. Ich war so froh, dass ich mich für den Camper entschieden hatte. Diese Landschaft und kurvenreiche Fahrten machten schon heiden Spass und liessen mich ein bisschen über die CH nachdenken. Das Wetter war zuerst regnerisch und 20km später war die Sonne wieder zurück. Auch landschaftlich war es faszinierend, wie rasch wieder eine neue ganz andere Kulisse geboten wurde. Ab und zu gabs wieder einen Herritage Trail, die an abgelegene Orte führten. So auch zum Waipapa Point, wo ich 3 Seals (Riesen Brummer) beim Sonnen baden beobachten konnte.

Ich übernachtete mutterseelenallein auf einem Camping nähe der Monkey Island, wo ich einen traumhaften Sonnenuntergang erleben durfte.

Weitere KM folgten am nächsten Tag, denn das Ziel war Milford Sound. In Te Anau traf ich auf Camper aus Sydney, die mich zum Tee einluden. Wir plauderten lange :-) Ich fuhr dann weiter und befolgte den Rat, den Van nochmals voll zu tanken. Vor dem Homer Tunnel wurde ich von 2 KEA Papageien fast attackiert. Ich stieg aus dem Wagen aus und wollte ein Foto machen, als diese auf mich los rannten :-) mhmh normalerweise sind die doch scheu... aber diese nicht. Ich machte eine Runde um den Wagen hüpfte wieder rein und schloss das Fenster blitzartig. Da hängte der eine schon an der Frontscheibe und kletterte aufs Dach und versuchte beim kleinen Dachfenster rein zukommen. Ich fuhr und der KEA flog dann mal weiter. Ich sah gerade noch eine Lawine runter gehen, bevor ich im Tunnel verschwand. Auf der anderen Seite war eine gigantische Felswand mit kleinen Wasserfällen. Mhmhmh wie zu Hause.

In Milford Sound war es noch ein bisschen Wolkenverhangen und die schneebedeckten Berge ragten direkt aus dem Meer. Ich machte zu Abendessen und kampierte auf dem Parkplatz. Auf der anderen Seite des Tunnels hatte es diverse Conservation Camping Bereiche, aber auf dieser gab es keinen einzigen.

Am Morgen früh, so gegen 06:40 Uhr stand ich auf und schoss ein paar Bilder. Später machte ich noch einen Ausflug mit dem Boot entlang der Schlucht bis raus aufs Meer. Gegen Mittag kam ich zurück und machte einen kleinen Fussmarsch zum Tutoko River. Über Stock und Stein, durch Flüsse, es war einfach ein Abenteuer alla Indi :-) Irgendwo machte ich dann einen Fehltritt und mein Bein versank im Boden bis zum Knie im Schlamm. Zum Glück war es kein Treibsand und ich konnte mich wieder selber befreien. Nun stand ich vor Dreck und der Fluss war auch nicht mehr weit. Ich stand dann mal in das eisig kalte Wasser und wusch das Gröbste weg. Der Weg hatte sich aber gelohnt, denn die Aussicht war wieder mal Bilderbuchhaft.

Ich hatte am liebsten noch mehr Zeit in Milford mit Hiking verbracht, aber irgendwann muss man weiter. In Te Anau, war wieder mal Waschtag (Kleider und selbst ;-)

Am 19. September ging es nach Queenstown. Auf dem Weg fand ich wieder einen Herritage Trail, dem ich entlang fuhr. Irgendwo im nichts endete dieser und ich fuhr auf einer privaten Strasse weiter. Jetzt wäre ein 4WD gut. Ach was, dass schaffe ich auch mit meinem Van. Anfangs noch Abenteuer lustig realisierte ich wie gefährlich es eigentlich ist. Ich stand schon 3mal mit dem Wagen an und kam teils nur mühsam vorwärts. Ich stoppte bei einer riesen Tolle und als dann auch noch ein Hubschrauber über meinen Kopf schwirrte kehrte ich um. Zuerst mal 3km Rückwärts den rutschigen Hang runter. Ich hatte ja schon lange nicht mehr so geschwitzt und dies nicht nur wegen der Kappe auf dem Kopf ;-)

Ich war dann auch entsprechend erleichtert, als ich wieder zurück war. Die Kiwis passten mich ab und am Schluss lachten wir über das Ganze. Huch, nochmals Schwein gehabt. Die Fahrt ging dann auf der normalen Strasse weiter nach Queenstown. Nach einigen Infos fuhr ich weiter nach Wanaka, dass 18km vor dem Skigebiet Treble Cone liegt. Ich übernachtete da in einer verbotenen Zone und wurde am Morgen freundlich von einem örtlichen Security gebeten um zu parken, bevor die Polizei auftauche. Es war gerade mal 05:50 Uhr und ich fuhr wie andere auch ein bisschen weiter. Auf dem Berg angekommen genoss ich den atemberaubenden Sonnenaufgang. Ich miete eine Skiausrüstung für $36 und hatte ja noch einen Voucher im Wert von $89, der mich kostenlos auf die Piste liess. Juppi, läts fätz. Einfach traumhaft wieder mal auf den Skiern zu stehen und die Piste runter zu Brettern. Am Morgen war die Piste noch hart und griffig. Später war es dann aber extrem sulzig und schon relativ früh gab ich die Skis zurück, denn die 2 Lifte und die Pisten waren doch nicht zu vergleichen mit unseren zu Hause. Das Panorama und das Erlebnis aber war sensationell.

Ich fuhr wieder einmal durch Queenstwon, dass mich gar nicht reizte mit den Aktivitäten (Bungiejump, Shooter, usw.) Ich bevorzugte die Natur auf andere weise zu geniessen. Ich wanderte wieder einmal durch eine wunderschönen Landschaft des Routeburn Tracks. Hätte man mehr Zeit könnte man ne ganze Runde machen. Ich lief bis zur Mittagszeit und kehrte dann wieder um. Ich war mutterseelenallein auf dem Track.

Am 22. September fuhr ich der Westküste entlang zum Franz Josef Glacier, den ich gerade noch vorm Eildunkeln zu Gesicht bekam. Da es hier nichts anderes zu sehen gibt und es mehr regnet als sonst wo, fuhr ich weiter und übernachtete wieder mal in einem Conservation Camping für $6.

Über den Lewis Pass ging die Fahrt von der West-Küste nach Kaikoura (Ost-Küste), wo das Wetter auch nicht besser war. Ich plante mit den Delphinen schwimmen zu gehen. Das Risiko einer Erkältung wollte ich aber nicht eingehen. Kaikoura ist auch für die Whale Watching bekannt. Leider waren alle gerade im Urlaub. Ich sichtete keinen der Geschöpfe und fuhr weiter Richtung Norden.

In Picton, wo die Fähre anlegt ist gerade überhaupt nichts los und ich fuhr dem kurvenreichen Queens Charlotte Track entlang bis nach Kenepuru Head. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichte ich den Conservation Camp. Schlau, wie ich war, suchte ich mir ein windgeschütztes Plätzchen. Ich blieb stecken und auch das auflegen der Schneeketten brachte nichts. Huch und nun, da war doch gerade noch ein Auto. Ich lief ca. 10Min zu einem Ferienhaus und erfuhr wer mir weiterhelfen konnte. Ich störte noch einheimisches Ehepaar, dass zum Glück zu Hause war. Ich war nicht der Erste der dort aus dem Dreck gezogen werden musste :-) In Null, nichts war ich dann wieder auf fahrbarem Terrain :-)

Am nächsten Tag war es leider immer noch regnerisch und ich fuhr zurück nach Blenheim und deckte mich wieder einmal mit Lebensmitteln ein. Ich startete dann erneut einen Versuch die Marlborough Sounds zu erkunden. Diesmal fuhr ich Richtung French Pass, was ich zum Glück nicht bereute. Kurven ohne Ende und Ausblicke einfach traumhaft.

Am Abend war Vollmond und die Taschenlampe brauchte ich nicht um eine kleine Erkundungstour zu machen. Ich hörte diverse Geräusche und sah Tiere wie: Wild Porks, Wekas, Rabbits usw. und konnte sogar noch ein Possum blitzen. Am Morgen verliess ich Lady Eliane Bay und fuhr bis zum French Pass. Super Sonnenaufgang und eine Kulisse... Um 08:00 Uhr traf ich auf ein Aussie Pärchen, dass ebenfalls mit dem Camper unterwegs war. Nach dem kurzen Smalltalk machte ich mich auf den Rückweg, denn die Fähre nach Wellington legte bereits um 13:15Uhr ab. Ich genoss noch die Landschaft und raste die Strecke zurück. Um 11:00 Uhr war ich dann wieder in Picton und mein Tank wieder einmal leer. Ich legte in den 2 Wochen auf der Südinsel gerade mal knapp 4000km zurück :-)

Ich schlief, während die Fähre in 3h nach Wellington schaukelte. Dort besuchte ich Martina aus der CH. Bei meinem Camper tauchten Probleme mit dem Getriebe auf und ich musste den Camper in die Garage bringen. Ich konnte mit Jucy Rentals aushandeln, dass mein Contract entsprechend verlängert wird. Mhmh ich verlängerte ungewollter weise meinen Aufenthalt in Wellington und war froh, dass ich bei Martina logieren durfte. Somit war auch klar... Ausgang angesagt und wie von Arosa gewohnt, bis in die frühen Morgenstunden ;-) Für mich als Reisender eine super Abwechslung. Auch der Salsa Einführungskurs (Mann weiss ja nie was mich in Süd Amerika erwartet ;-) war ganz amüsant. Ein herzlichen Dankeschön an die WG (Martina, Trisha, Helena und Kate) die mich 1 ganze Woche ertragen mussten.

Gut erholt konnte ich dann meinen Van erst Tags darauf, als versprochen, abholen. Immerhin, war er dann ready für die nächste grosse Etappe im Norden New Zealands. Am 03. Oktober Nachmittags ging die Fahrt via Napier, Rotorua (Wai O Tapu), Russell Richtung Cape Reinga. Die Nächte waren nicht mehr so eiskalt wie im Süden. Bereits am 05.10. war ich am nördlichsten Punkt von New Zealand angelangt. Cape Reinga ist einfach ein muss und war die lange Fahrt allemal wert. Ich genoss die Ruhe und den Sonnenuntergang, bevor ich am nächsten morgen nach einen Spaziergang am Beach, mich auf die Rückfahrt machte.

In den Sanddünen (Te Paki Streams) traf ich auf weitere CH'er, die gerade mit dem Board die Dünen runter sausten. Ich kletterte mal kurz hoch und musste dann aber auch schon wieder weiter.

Meinen nächsten Stopp machte ich am Nintey Miles Beach wo ich auf Karl stiess. Er war gerade dabei den Beach von Scherben zu befreien, welche die Kiwis hinterliessen. Karl zeigte mir eine andere Seite (Nicht die Schoggi Seite) von New Zealand. Auf ca. 200 Metern die wir zurücklegten sahen wir Abfall aller Art (Autos, Hausabfall, Dosen, 1000x Flaschen, teils zerbrochen, Kadaver, usw.) und mein Appetit auf das Mittagessen war mir dann auch vergangen. Karl zeigte mir auch Fotos von seinen Säuberungsaktionen (100 Meter und xx Flaschen, usw). Ich war dann froh, als wir all die Fotos durch waren, denn ich musste ja schon bald wieder in Auckland sein. Es tat gut, den dies gab wieder einen Anstoss zum Nachdenken.

Ich fuhr weiter und besuchte noch kurz vorm Eindunklen den Waipoua Kauri Forest. Gerade nochmals einen wunderschönen Sonnenuntergang erwischt und nach ca. 10 Stunden hinterm Steuer war ich froh rast zu machen. Am 07. Oktober war ich dann in Auckland angekommen und gab den Camper mit 6175km in gerade mal 26 Tagen (mit Aufenthalt Wellington) zurück.

Ich war froh, dass ich dies heil überstanden hatte und spannte in Auckland aus bis ich am 10. Oktober weiterreiste zu den Stars und Sternchen nach Los Angeles.

 
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