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Brazil
05.01.08 – 29.02.08

Ich deponierte meinen Rucksack beim Busterminal und besichtigte den riesen Itapu Staudamm, bevor es am Abend mit dem Bus ohne Klima und kaum Beinfreiheit nach Florianopolis ging. Die ersten 3 Tage verbrachte ich am Praia da Barra Beach und übernachtete in einer etwas entfernteren Pousada. Ich hatte dann beim Praia da Armacao für weitere Nächte in einem 25er Dorm eine Reservation. Zum Glück traf ich da zufälligerweise Luciano (BRA), denn ich auch in Buenos Aires (BA) kennen gelernt hatte. Als erstes tranken wir ein Bierchen und so ging es dann am Beach weiter. Er fragte mich, wo ich denn übernachte und ich erzählte ihm vom gemütlichen Massenlager :-). Er meinte kein Problem ich kenne doch auch noch Dayanne (lebt in Florianopolis), die ebenfalls in BA im selben Hostel war. Schlussendlich konnte ich mich bei ihr einquartieren. Zusammen erkundeten wir dann die Strände und lernten Dayannes Freunde kennen. Veva gesellte sich dann auch noch dazu und fast das halbe BA Hostel war wieder vereint :-) Wir genossen die vielen schönen Strände und Luciano, Danilo und ich tranken reichlich Bier. Das Bier hier ist wie Wasser, keine Sorge es macht mehr müde als besoffen :-)

Weiter ging es dann per Flugzeug (GOL) nach Sao Paulo, wo ich mitten in der Nacht ankam und froh war, dass mein Hotel noch einen freien Platz hatte. Am nächsten Tag traf ich mich mit Michel (kennen gelernt durch CH Kollegen). Ich war erstaunt, dass Michel nicht nur Englisch sondern auch noch fliessend Deutsch sprach, denn viele Brasilianer sprechen nur die Landessprache. Zusammen sassen wir bei einem – wie koennte es anders sein – Bierchen :-). Am nächsten Tag war er mein privater Guide durch Sao Paulo. In Zentrum bei der Catedral Metropolitana dachte ich eine Person zu kennen. Ich schaute nicht schlecht als es tatsächlich Ertan Irizik (FC SG für die, die ihn nicht kennen) war, der gerade auch in Sao Paulo unterwegs war. Zu Hause würde man ihn nie antreffen, aber hier draussen in der kleinen Welt ;-) Er schloss sich dem super Tourguide Michel und mir an und zusammen genossen wir den Ausblick vom Banespa Santander Building auf die riesen Stadt. Später assen wir Mortadella Sandwich und Pasteis bei einem Chopp (Halb Bier halb Schaum). Am Schluss landeten wir in der Bar Brahma und weitere Bierchen flossen in der geselligen Runde. Michel besten Dank für deine kostbare Zeit und die coole Führung durch Sao Paulo.

Ich buchte den Bus nach Paraty und besorgte mir ein Ticket für den Match Santos – Portugesa R10 (ca. CHF 6.50). Ich stand ca. 25Min in der Schlange bei brütender Hitze und war froh ein Ticket noch nach 16:00 Uhr bekommen zu haben. Am Abend war ich dann promt beim falschen Stadion und mittels Taxi ging es dann zum Morumbi Stadion. Vorsichtshalber hatte ich meine Kamera zurück gelassen und nur ein bisschen Geld mit dabei. Die Stimmung war gut, aber das Spiel war eher 2te Liga. Ich war inmitten der Santos Fans und war beeindruckt vom riesen grossen Stadion, dass noch viel freie Plätze hatte.

In Paraty nach 7,5h um 22:00 Uhr bei Regen angekommen, lief ich durch die überfluteten Strassen zum Hostel. Vorbei an der Tourist Information, wo gerade eine Party im Gange war und ich die Map in die Hand gedrückt kriegte. Ich besichtige das kleine Dörfchen und den schönen Trinidade Beach, bevor ich nach Rio weiterreiste.

In Botafogo fand ich noch einen Platz im 9er Dorm des El Mistis. Dachte ich zumindest. In der Nacht als ich mein Bett aufsuchte, lag da schon einer drin. Da musste ich erst ein neues suchen und beziehen. Am nächsten Tag war es dann nicht besser und erneut war mein Bett einem anderen zugeteilt worden. Irgendwie hatten die Argentinier dass nicht so wirklich im Griff. Als ich ankam in Rio war es noch 40 Grad heiss und später setzte dann die Regenperiode ein. Morgens war es teils noch trocken und gegen Mittag schüttete es dann ausgiebig. Es war nichts mit Cobacabana Beach und sonnen baden.

Ich besichtige das Cristo Redentor, bevor es zu regnen begann. Leider war die Aussicht ein bisschen eingeschränkt, aber doch eindrücklich. Ein 2tes mal wohnte ich einem brasilianischen Fussballspiel bei.Mit einer Tour wurde ich sicher zum Stadion gebracht und alle Gringos waren in einem Sektor mit den Flamengo Fans. Die Stimmung war super, aber auch dieses Spiel war 2te Liga. Flamengo gewann am Ende gegen Boavista 2:0.

Ich entfloh dem regnerischen und unsicheren Rio nach Arraial do Cabo. Dort fühlte ich mich dann bedeutend wohler und einiges sicherer. Ich tauchte insgesamt 6 mal und sah Seeturtles, Moränen, Schlangen, Spinnen, Korallen, usw. Das Wasser war schweinekalt und teils Strömungen waren eisig kalt. Beim Schnorcheln konnte ich ebenfalls 3 Seeschildkröten sichten und einige gute Aufnahmen machen. Als ich den ersten Turtle sah war ich platt und fasziniert.

Am 27. Januar ging es dann nach Rio zum Flughafen und von da mit GOL 2h Flug nach Salvador Bahia, wo ich bereits ein Hostel bis zum 30. gebucht hatte. Normaler Preis mit Frühstück R30 und R100 – R120 während des Carnaval. Ich suchte dann vor Ort nach einer anderen Bleibe und fand ein Apartment, besser gesagt ein Raum mit 2 Matratzen. Mehr braucht man aber während des Festes nicht und es war bedeutend günstiger. Ich fand dann auch noch einen Raumgenossen und konnte somit die Kosten auf R380 runter schrauben. In der Zwischenzeit informierten wir (Hank aus Taiwan und ich) uns über die Blocos und Camarottes. Nicht gerade einfach für uns Gringos. Wir erhielten lokale Hilfe bei unserer Entscheidung welche Shirts wir kaufen müssen. Nicht gerade günstig, dafür sollten sie gut sein, der Bloco von Jammil für R250 und Camarotte ViaFolia für R150. 7 Tage lang Party zu vergleichen mit der Streetparade in grösserem Ausmass und brasilianischen Klängen.

Auch in Salvador war man nicht sicher. Deswegen kaufte ich mir 2 Einwegkameras und war dieser Entscheidung auch froh. Bereits am ersten Abend kamen 2 Leute verletzt zurück. Der Eine hatte eine Wunde oberhalb des Auges, die genäht werden musste. Er war mit der Digitalkamera unterwegs und die dreisten Gauner, die vor nichts halt machen bissen erst in die Hand und Schlugen in einfach nieder. Der 2te hatte eine Schnittwunde am Kinn. Auch er war mit der Kamera unterwegs.

Wir waren also schon mal vor gewarnt und nahmen nur Kleingeld mit. Hände waren schnell in den Taschen und diese leer. Die Polizei war sehr präsent und hatte je später der Abend war alle Hände voll zu tun. Es war unvorstellbar wie oft die Polizei Blut überströmte Diebe aus dem Verkehr zog. Mit Knüppel und Westen liefen die Trüppchen nummeriert von A-E durch die Menschenmengen, neben den unzähligen anderen Spezialeinheiten. Trotz diesem enormen Polizeiaufgebot, kam es immer wieder zu kleinen Schlägereien, die dann aber durch die Polizei rasch beendet wurden.

Ich hatte diese Woche gut überstanden und bin ohne blaues Auge davon gekommen. Highlights war neben dem mit Gringos überfüllten Bloco, wo Fat Boy Slim auflegte, der Bloco do Jammil. Beim Kiss Contest war Pizza (Deutscher) schneller als alle anderen und nach 5min knutschten stellten wir uns die Frage wieso klammert die denn so. Mhmhm und warum hat die keinen Vorbau...... Jackpot 1000 Punkte für Pizza :-) Ich organisierte bereits die Weiterfahrt nach Maceio während des Carnaval, die ich dann am 07. Februar antrat. Erstmals lag ein roter Teppich ausgerollt. Nicht mal bei der 1st Class in Argentinien hatte ich dies, jedoch war der Komfort dort einiges besser. Mit dem Nachtbus in welchem man nicht wirklich schlafen konnte, dauerte es 9h, mit diversen halten, bis ich am morgen früh in Maceio ankam.

Nach dem Frühstück in der Pousada erkundete ich den Beach und die Gegend. Brachte die 2 Cam's zum Entwickeln und genoss den Beach. Ich machte einen Ausflug mit dem Bus zum Praia Frances. Auf dem Weg zurück besuchte ich das kleine Fischerdörfchen Massagueira, wo ich für 2 Personen (üblich in Brasilien) ass. Mit einem einheimischen, der nun in den Staaten lebt und arbeitet, konnte ich nach Maceio zurück fahren. Am nächsten Tag buchte ich eine Tour zum Praia Gunga. Mit dabei waren 2 Aussis und wir waren die ein zigsten, die nicht wirklich Portugiesisch verstanden. Zum Glück war wieder einer an Board, der das wichtigste für uns in English zusammenfassen konnte.

Am nächsten Tag ging es mit dem Bus nach Recife. Leider erwischten wir den ohne Klima und jenen, der an jedem Ort hielt. Die Fahrt ging dann auch 2h länger als gesagt und nach 6h waren wir froh den Bus verlassen zu dürfen. Eine Familie mit 3 Jungs, die sich fortlaufend übergaben, füllten etliche Kotztüten, die dann aus dem Fenster geschleudert wurden. Ich war nur einmal ins Visier geraten. Jammi :-) In Recife nahm ich die Metro und später den Bus bis zum Boa Viagem Hostel. Dort wurde ich charmant von einem Drachen, der kein Wort English verstehen wollte, empfangen. Am nächsten Tag ging es dann gleich auch weiter zu einem anderen Hostel, denn wirklich hilfsbereit war die alte Dame nicht. Später besichtigte ich Olinda, wo gerade die Aufräumarbeiten des Carnavals beendet wurden. Im Hostel zurück traf ich Luiz, einen Architekten aus Cuiaba, der Business mit ein bisschen Urlaub verband. Er gab mir den Tipp ein Auto zu mieten und zu den südlicheren Beaches zu fahren.

Am nächsten Tag mietete ich für 3 Tage einen VW Gol und fuhr Richtung Porto de Galinhas los. Ich hielt bei den Beaches Pedra da Xareu und Calhetas, bevor ich dann in Galinhas ankam. Im Casa Branca Youth Hostel fand ich ein Zimmer und zu essen fand ich auch was. Am nächsten Tag fuhr ich zum 3km entfernten Maracaipe Beach. Ich mietete zuvor noch Schnorchel, Brille und Flossen. Fluss aufwärts erhoffte ich einige Seepferdchen zu sehen. Leider sah ich kein einziges, nur einen Staubsauger ähnlichen Alien :-) Ich folgte dann einer Tour und bekam dann doch noch ein Seehorse zu Gesicht. Die waren wirklich winzig klein und sehr gut versteckt. Ein paar Krebse hatten die auch noch griffbereit für Fotos. Nach dieser Tour fuhr ich zum Beach Muro Alto, bevor ich zurück zum Galinhas Beach fuhr und ins Reef raus paddelte. Dort sah ich einige Fische und unzählige Leute die auf dem Reef herumtrampelten. Danach hängte ich im Stuhl bei einem Bier am Strand und genoss die Sonne und plauderte mit einer Studentin aus Sao Paulo, die sich eine längere Auszeit hier am Beach nimmt. Nicht weiter gekommen, blieb ich eine weitere Nacht in Galinhas.

Tags darauf fuhr ich los Richtung Maragogi Beach. Auf der Strecke hielt ich ab und an mal inne und sah noch andere wunderschöne Strände. Auf dem Rückweg sprach mich dann ein Polizist an, der hungrig war und Geld von mir wollte. Ich habe ihn zwar verstanden, aber stellte mich blond :-) Nach 5min fuhr ich dann weiter, als mir das zu bunt wurde und war froh, dass der nicht so hartnäckig korrupt war wie man sonst hört. Vorbei an Favelas (aus Plastiktüten), fuhr ich zurück nach Recife und brachte das Mietauto zurück.

Am 17. Februar fuhr mit dem Bus weiter nördlich zur letzten Station meiner Reise - Natal. Die ersten 2 Tage verbrachte ich in einer Pousada, die direkt am Meer lag und in der Nacht das rauschen mich in den Schlaf wog. Ich erkundete das Gebiet und hielt Ausschau nach einer anderen Übernachtungsmöglichkeit. Bei der Pousada des Flores wurde ich fündig und konnte mich nebenbei auch gleich noch mit Jürgen wieder in Deutsch unterhalten, was mir einiges leichter viel als Portugiesisch :-)

Es gab einige Strand tage und Zwischendurch wieder einmal ne Tour. Die Eine ging zum Pipa Beach südlich von Natal. Die Schnorcheltour in Maracajau war nicht mal so übel, denn ich hatte ja nun schon einiges gesehen. Leider auch hier trammten die Leute wieder auf dem Reef herum. Ich hatte unglaubliches Glück, dass ich eine Moräne aus dem Versteck kommen sah und nicht noch gebissen wurde, denn ich stand zuvor im Sand wo ich sie erblickte.

Am 25.02 begab ich mich auf meine letzte Tour mit dem Buggy und 3 anderen Brasilianern durch die Dünen Natals. Auf der Rückbank war schon recht eng. Kaum in den Dünen gabs schon den ersten Stopp und Shop Möglichkeiten. Es machte mehr den Anschein, als wäre es eine Konsum Buggy Tour. Diverse Fun Aktivitäten (Dünen rutschen, usw.) wurden angeboten. Hunderte von Buggys heizen durch Dünen, Vororte und Beaches. Entlang dem Beach fuhren wir am Nachmittag zurück nach Natal.

Die letzten Tage verbrachte ich am Strand und tankte nochmals ein bisschen Sonne und gurgelte ein bisschen Meerwasser :-) Am 28.02. gings dann mit dem Taxi zum Flughafen und mit der 21:45 Uhr Maschine von TAP nach Portugal, wo ich um 07:35 Uhr landete. Ich wollte nicht 4h im Transit verbringen und ging mit dem Bus zum Oriente, wo ich noch ein bisschen Sightseeing machte, bevor ich dann wieder zurück und auf den nächsten Flug musste. Mit der Swiss flog ich dann um 12:15 Uhr los. War erstaunt über die Begrüssung „Grüezi„, dass hatte ich doch schon lange nicht mehr gehört. Das essen war lausig, aber ich konnte ja noch zu warten, denn am Abend gab es ja wieder einmal CH Chuchi :-) Ich landete um 16:30 Uhr in Kloten und wurde durch Freunde empfangen. Ein Welcome Back Schügga bekam ich neben einem Gutschein um meine Haare zu schneiden :-)

 
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