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Pictures of South Africa
Das Abenteuer Wildnis in Afrika hat am 6. Juni begonnen. Doch bevor es wirklich zu den wilden Mitzekatzen ging, war ja noch die einmonatige Fussball-Weltmeisterschaft.
Ich startete mit zwischen halt in Cairo nach Johanneburg durch, wo ich erstmals die Voucher unserer WM Tickets in reale Tickets umtauschen musste. Es gab drei Kolonnen und alle waren extrem lange. Mit der Kreditkarte ging es schneller, hiess es. Also stand ich beim Automaten und wollte die ca. 20 Tickets ausdrucken lassen. Wäre ja zu schön gewesen, wenn es geklappt hätte. Der Automat stoppte bereits bei Ticket Nr. 3. Nun gut, dann gehe ich halt an den Schalter. Dort musste ich erklären, dass ich nicht der Karteninhaber bin, aber dieser mich sandte. Nach ein bisschen Überzeugungsarbeit druckte mir dieser die Tickets aus. Beim späteren durch checken der Tickets, stellte ich fest, dass noch einige fehlten. Toll nochmals zum Schalter... nach 2h hatte ich dann einen Teil der Tickets von unserer WM Truppe beisammen... und der Flug nach CapeTown ging ja auch schon bald, aber dieser wurde zum Glück eine Stunde später angesetzt....
In CapeTown herzlich empfangen von Gavin, Murielle und Angelina, bezog ich bei Ihnen mein Quartier, während ich auf Kai, Dominique und Andi wartete. Ich deckte mich mit Infos über CapeTown ein und besorgte mir eine South African Sim Karte. Erkundigte die Gegend und lies mich in den Vuvuzella Klang oder eher Lärm einstimmen.
Ich wanderte mal auf den Lion Head und genoss die Aussicht auf den wolkenlosen Table Mountain. Am 11. Juni stiessen dann Andi, Dominique und Kai gerade Richtig zu einem typischen Braai (Grillabend) dazu. Nebst Fussball, der bereits um 13:00 Uhr seinen festen Platz einnahm und bis 23:00 Uhr anhielt, versuchten wir doch noch was vom CapeTown zu sehen. Erneut erklimmten wir den Lion Head, machten eine Touri-Bustur und zusammen feierten wir durch das CapeTown Nightlife mit Gavin als Insider, der jeden Ladenbesitzer kannte...
Am 14. Juni schauten wir uns das Spiel Italien – Paraquay Live im Stadion an. Gerade vor der Haustüre, gut zu Fuss zu erreichen, lag das imposante Green Point Stadion. Das Spiel und die Stimmung (und schon wieder keine Stimmung... schololo) kam leider durch das Vuvuzella getröte nicht auf. Wir entdeckten dann einen FCSG gekennzeichneten Fan und siehe da. Familie Frehner ist auch im Stadion. Klein Waldkirch versammelt in weiter Ferne :-)
Tags darauf flogen wir nach Durbany (Neue Namensgebung von Marco) weiter. Dort quartierten wir uns direkt bei der Public Fanmeile am Beach ein. Tags zuvor noch regen, war hier kurze Hose und Flipflop angebracht. Schon bald war wieder Matchvorbereitung angesagt (Bier und Fussball schauen). Am Abend trafen wir Corinne, eine weitere Waldkircherin (nur so am Rande, Waldkirch hat so ca. 2'500 Einwohner). Zusammen feierten wir ausgiebig.
Unser historischer Tag. Matchvorbereitung wie gewohnt, jedoch Andi griff zur Geheimwaffe, dem Long Island IceTea. Wer weiss, vielleicht hat uns das den Sieg gebracht ;-) Die Abende fielen auch hier jeweils kühl aus und darum war es wichtig entweder genug zu trinken oder warme Klamotten mitzunehmen. Den 3km Weg direkt an der Beach Promenade zum Stadion in Rot-Weiss gekleidet, legten wir zu Fuss zurück. Bereits am Stadioneingang waren etliche Spanier auszumachen. Mhmhmh beim genauen hingucken, waren es aber Durbyaner. Schwierig zu sagen, wieviele davon Modefans waren. Kai und ich hatten einen Sonnenplatz gebucht und waren begeistert vom Durban Stadion. Das Spiel begann und die Nerven lagen blank. Da half nur eins. Anfeuern was das Zeug hielt und Kehle feucht halten ;-)
Und da geschah es... das Wunder von Durbany... FERNANDES.... 1:0 SSSCCCHHHWWWEEEIIIZZZZ... wer hätte das gedacht... wir konnten es nicht glauben. Bis zum Abpfiff fieberten und zitterten wir mit. 3 Points for Switzerland hies es am Schluss :-) Das musste natürlich ausgiebig in der Florida Street gefeiert werden.
Mit 3 Punkten im Gepäck und voller Zuversicht, den Titel bald in unseren Händen zu halten (lol), flogen wir am 19. Juni nach PE (Port Elizabeth). Dort wurde unsere vierer Kombo von Gavin und seiner Schwester Natascha abgeholt. Auch hier hatten wir einen Platz bei Locals die uns vom Leben, was sich hier in Südafrika abspielt, schildern konnten und uns mit offenen Armen aufnahmen. Immer im rot-weissen Tenue unterwegs stiessen wir auf begeisterte Locals die uns zum Sieg gegen Goliath gratulierten. Die Matchvorbereitungen verliefen in PE nicht anders als sonst. Als ausgleich besuchten wird den Addo Elephant Park und konnten Elephant, Kudu, Buffel, Wildschwein, Strauss, Schackal sichten.
Am 21. Juni war unser zweiter Spieltag gegen Chile. Ivan Zamorano sei anscheinend im selben Club unterwegs gewesen, doch bereits vor uns wieder nach Hause. In PE war es extrem windig schön, aber kühl. Das Spiel lief leider nicht nach unseren Erwartungen. Die Enttäuschung war danach auch riesengross. Da hätte mehr kommen müssen. Es scheint, als ob die Luft nach der Sensation schon draussen war...
Zwischenzeitlich planten wir unsere Weiterreise zum dritten und letzten Gruppenspiel der Schweiz, das in Bloemfontein ausgetragen wurde. Anstelle der Variante mit einem Mietauto von PE nach Bloem zu fahren flogen wir am 23. Juni mit Mango nach Johannesburg, wo wir uns gleich bei Corinne einquartierten. Mit dem nötigsten fuhren wir dann die 4h von JOA nach Bloem. Im Formula 1 Hotel checkten wir ein und gleich nebenan im Spurs sahen wir uns das Spiel an. Nach einer feuchtfröhlichen Matchvorbereitung lies ich mir wie ausgemacht die Haare kahl rasieren. Corinne in ausgezeichnet guter Verfassung übernahm das Scheren des Schafes ;-) Ein komisches Gefühl, aber was man nicht alles für die Nationalmannschaft tut.
Spieltag Nummer drei für Schweiz gegen Uruguay begann ausgezeichnet bei Sonnenschein im Biergarten mit Vertrauten Einheimischen. Die Darbietung am Abend hätte dann nicht sein müssen. Nicht nur dass ich die Haare nicht mehr schön habe ;-) sondern auch noch extrem frieren musste, da es in Bloemfontein bitterkalt war. Geschockt vom frühen Ausscheiden verkrochen wir uns im Hotel...
Zurück in Johannesburg schauten wir uns noch ein Spiel im Soccer City mit weiteren 80'000 Leuten an. Ein einmaliges Erlebnis. Trötenlärm der Superlative. Entsprechend war dann auch das Verkehrsaufkommen vor und nach dem Spiel.
Bereits Ende Monat verliessen mich die WM Kumpanen. Die Pflicht (Arbeit ruft). Ich schaute mir noch ein Spiel im Ellis-Park an und war dann froh um die Spielpausen. Endlich mal Zeit um meine Reisevorbereitungen zu treffen.
Das Finale schauten wir bei eisiger Kälte in einer Public Viewing Zone an. Nach 4 Wochen
intensiv Fussball war ich froh, dass die WM gelaufen war...
Netterweise durfte ich bei Corinne und Simone meine Basis weiterhin benutzen. Erstmals war es an der Zeit ein Mietauto aufzutreiben, da ansonsten hier in Joburg nichts geht. Was auch nicht fehlen darf ist ein Navi, da man ansonsten sehr schnell verloren geht. Also machte ich mich mal schlau, wo ich meine sieben Dinge bekomme und verbrachte einige Zeit mit Research. Zum Ausgleich durfte natürlich das Nachtleben in Joburg nicht zu kurz kommen. Mit Corinne hatte ich eine ausgezeichnete Partyinsiderin.
Nach einiger Zeit habe ich dann ein eigenes Auto gefunden und Abklärungen betreffend Versicherung, Registierung, etc. Gemacht. Als Ausgleich hatte ich einiges: LionPark, Maropeng, Sterkfontein Caves, Pretoria Kruger House, Golf, Soweto, Braai, Party, ...
Am 21. Juli hatte ich meinen Wagen einen Mitsubishi Pajero 3.5 in Empfang nehmen dürfen. Schon eine riesen Umgewöhnung, wenn man zuvor einen Chevrolet Spark ohne Klima, Servo, aut. Fensterheber umher tuckerte. Ich beginn gleich mal mit der Registrierung, was sich als nicht so einfach herausstellte, da die Verkehrsbehörde nicht informiert wurde, dass vor der WM anstelle Kleber mit einer eindeutigen Nummer, neuerdings nur noch ein Stempel in den Pass übertragen wird. Ich musste von Botschaft über Home Affairs Soweto, Pretoria bis Johannesburg. Dort schilderte ich das Problem und die konnten mir dann zum Glück weiterhelfen. Nach 2 Tagen umherirren (Asterix und Obelix like). Konnte ich dann doch noch den Wagen in ca. 7 Schritten auf mich registrieren. Die Formulare können alle vom Netz vorgängig heruntergeladen, ausgefüllt und unterzeichnet werden.
Auch DEKRA hatte den Wagen noch geprüft und 2 kleine Mängel festgestellt, die jedoch schnell behoben waren. Nun ging es ans „Bimp my Car“. Was nicht fehlen darf ist ein Camping Kühlschrank. Bei Snomaster hatte ich ein Schnäppchen ergattert. 45 Liter optimal und tief frieren ist auch möglich. Aus dem Dachzelt wurde dann leider nichts, da die Lieferfrist von 3 Monten einfach zu lange war. Ich entschloss mich deshalb für ein Bodenzelt von Tentco. Robust und hoffentlich hält es auch Stand, wenn sich ein Löwe daran anlehnt (Botswana Insider). Das ganze Küchenmaterial, was man halt so braucht zum Campen fand ich im Makro. Spezielle 4x4 Tools gabs im 4x4 Megaworld, Frontrunner, Outdoor Warehouse zu finden. Ich deckte mich auch mit diversen Recovery Tools (manuelle 1,5 Tonne Winch, Straps, etc.) ein. Mann weiss ja nie...
Ich besuchte am 24. Juli beim 4 Wheel Drive Club of South Africa einen zweitägigen Kurs, bei welchem mir erfahrene Trainer alles vermitteln konnten, was man wissen sollte, wenn mann eine 4x4 Tour durch Afrika macht. Highlight war das erlernte theoretische Wissen in der Praxis (Hennopes) anzuwenden. Was sind die Grenzen und wie gehe ich vor, wenn ich ein Hindernis überwinde (Fluss, Schlamm, Dongas (Löcher), Sand, etc.) Ich hatte einen heiden Spass und war erstaunt, was ich alles mit meinem Wagen anstellen konnte. (Gewusst wie ;-) Nach dem Kurs war ich nun bereit für die erste Probetour.
Am 3. August brach ich zum Kruger National Park auf. Wichtig zu wissen, niemals eine Synchronisation einer Map vom Notebook zu Navis abzubrechen ;-) zum Glück fand ich aus Johannesburg noch vor der Rushhour raus und konnte mit dem kleinen HP Mini auf einer Raststätte die fehlende Map synchronisieren. Ich war dann froh im Berg-en-Dal Camp nach 5.5 Stunden und ca. 500Km fahrt angekommen zu sein. Ich verbrachte 3 Nächte im Camp. Bereits Morgens um 06:00 Uhr wenn das Gate des Camps öffnete fuhr ich raus um die wilden Tiere zu finden. Im südlichen Teil extrem schwierig. Einfacher ginge es in der Region Lower Sabbie. Jedoch da einen Platz zu bekommen ein Ding der Geduld.
Nach 12 Stunden Game Drive war ich erschöpft und froh wieder im Camp zu sein. War aber nichts mit Füsse hochhalten und warten bis das Essen serviert wird ;-) Ich verbrachte noch 2 weitere Nächte im kleinen überschaubaren Balule Camp, dass im mittleren Teil des gigantischen Parkes liegt. Ich sah viele grosse, kleine, bunte und scheue Tiere. Am letzten Tag konnte ich die Big 5 komplementieren. Huch gerade noch geschafft ;-) Am letzten Tag machte ich noch einen Bushwalk mit zwei bewaffneten Rangern. Spuren lesen und deuten was welcher Vogel verrät ist schon noch eindrücklich.
Nach 5 Tagen im Auto war ich um einen Hike im Drakensberg Escarpment froh. Teilweise war ich schon eingerostet vom ständigen sitzen und fahren. Im Kruger National Park war eine Geschwindigkeitslimite von 40 km/h. Ist schon eine riesen umgewöhung danach mit 120 km/h auf Überlandstrassen weiter zu fahren :-) In Graskop lies ich mein Auto bei einem Backpacker stehen und nahm nur das nötigste für einen 2 Tages Hike durch den Blade River Canyon mit. Dies bemerkte ich auch, als ich die Suppe machen wollte... Zum Glück hatte ich mein Tool dabei und schnitzte kurzerhand einen Löffel. Die Lodge für max. 30 Leute ausgelegt war menschenleer. Ich machte mir meine Suppe, kochte Wasser ab und ging zeitig zu Bett. Am nächsten Tag ging es dann bereits früh los. Ich genoss die Ruhe und die Landschaft. Ich konnte mehr oder weniger den gelben Fussabdrücken folgen, sofern man sie dann auch entdeckte ;-) Nach zwei Tagen und 30km, was man auch in einem geschafft hätte, fuhr ich mit dem Public Bus (weisser Minibus) nach Graskop zurück, wo ich die zig Wasserfälle besichtigte.
Weiter ging es am nächsten Tag nach Sabie mit zwischenhalt in Pilgrims Rest, ein altes touristischen Goldgräber Dörfchen. Nach dem Abstecher über den Robbers Pass erkundigte ich mich in Sabie nach einer Abwechslung zu den Wasserfällen. Fischen war die Antwort. Ja dann „catch the fish“. Ich holte mir die Bewilligung und fuhr zum Fischer Spot hinaus. Eine komplette Anlage mit Grillplätzen, etc. Ich hielt zum zweiten Mal eine Angelrute in meinen Händen und versuchte mein Glück. Wie war das nochmals. Nach ein paar fehl versuchen holte ich Rat. Ach so war das und schwupps hat der erste schon angebissen. Am Schluss waren es dann sechs Forellen. Ich lies diese gleich ausnehmen und einen Teil einschweissen. Die Fahrt über den Long Tom Pass zurück nach Joburg war dann der krönende und traumhafte Abschluss.
Zurück in Johannesburg war es bereits Zeit für einen Service am Auto. Ich konnte noch fehlende Dinge hinzukaufen und mich von den lieben sympatischen Leuten, die mir ans Herz gewachsen sind verabschieden, bevor ich am 15. August nach Gaborone Botswana losfuhr.
World Cup @ South Africa 2010
Pictures
14/07/2010, 20:30 - Cape Town
Italy - Paraguay
16/06/2010, 16:00 - Durban
Spain - Switzerland
21/06/2010, 16:00 - Port Elizabeth
Chile - Switzerland
25/06/2010, 20:30 - Bloemfontein
Switzerland - Honduras
27/06/2010, 20:30 - Johannesburg
Argentina - Mexico
03/07/2010, 20:30 - Johannesburg
Spain - Paraquay
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